„Zugegeben, ich ging mit gemischten Gefühlen zum Praktikum, da ich nicht wusste, wie ich mit älteren und pflegebedürftigen Menschen umgehen sollte. Aber ich betrachtete es als Chance, diesen Umgang zu lernen.“ So beschreibt Theresa Hensler (Klasse 10) den Beginn ihres Praktikums, das sie im Rahmen des Projekts „Begegnungen“ im Wohnpark St. Josef in Altshausen absolvierte.

Seit einigen Jahren ist dieses Projekt fester Bestandteil des Schulcurriculums am Progymnasium Altshausen. Es sieht vor, dass sich alle Schüler der 9. Klasse bis zu Beginn der Osterferien in Klasse 10 dreißig Stunden in einer sozialen Einrichtung engagieren. Die meisten dieser Stunden werden von den Schüler am Stück in den Ferien abgeleistet, manche aber auch über einen längeren Zeitraum hinweg im wöchentlichen Rhythmus. Neben der Tagespflege im Wohnpark St. Josef waren unsere Schüler im vergangenen Jahr wieder in verschiedenen Kindergärten des Gemeindeverwaltungsverbandes oder im Eine-Welt-Laden in Altshausen tätig. Aber auch an der Schule selbst boten sich Möglichkeiten zum sozialen Engagement. So übernahm ein Schüler den Schulsanitätsdienst bei Schulveranstaltungen, andere lernten mit Grundschülern der Herzog-Philipp-Verbandsschule oder unterstützten diese bei ihren Hausaufgaben.

„Begegnungen“ ist ein Baustein von mehreren, mit denen das Progymnasium das soziale Lernen fördert. Diesem wird an unserer Schule ein besonders großer Stellenwert eingeräumt, stellt es doch eine der vier Säulen des Schulprofils dar. Dabei ist es uns als Schule wichtig, dass soziales Lernen kein abstrakter Begriff bleibt, sondern durch Engagement für Menschen in unserer Gemeinde, Schule oder Nachbarschule auch tatsächlich möglich wird.

Deshalb stellen wir für die Zeit, die unsere Schüler in den sozialen Einrichtungen verbringen, auch Unterrichtszeit zur Verfügung.

Dass dabei wirklich ein Lernen jenseits des Schulalltags geschieht, zeigt das Fazit, das Lukas Steinacher (Kl. 10) in seinem Bericht zum Projekt „Begegnungen“ zieht: „Natürlich ist es mehr Aufwand, ein Praktikum zu machen als eine zusätzliche Unterrichtsstunde zu haben. Aber hier hat man mindestens genauso wichtige Sachen vermittelt bekommen wie in der Schule. Es ist gut, dass man hierfür von der Schule einen kleinen ‚Schubs‘ bekam.“

So möchten wir schließlich allen danken, die es unseren Schülern in den vergangenen Monaten ermöglicht haben, jene prägenden Erfahrungen und Eindrücke zu sammeln:

Eine-Welt-Laden Altshausen, Herzog-Philipp-Verbandsschule Altshausen, Kindergarten St. Michael und Kinderhaus S. Ulrika Altshausen, Kindergarten St. Elisabeth Ebenweiler, Kinderhaus Hoßkirch, Wohnpark St. Josef Altshausen.

Iris Ailinger und Carmen Widmann, Projektleitung

 

 © 2015 – 2016 Progymnasium Altshausen | Impressum