Da wegen des Bahnstreiks in Frankreich der Besuch der französischen Schüler und Schülerinnen im April nicht stattfinden konnte, wurde der „Gegenbesuch“ unserer Schüler als Erstbesuch natürlich mit großer Spannung erwartet.

Nach einer sehr angenehmen Fahrt kam unser Bus (an dieser Stelle ein dickes Lob an unseren Busfahrer!) am Mittwoch, den 6.6.,  in Sausset-les-Pins an. Alle Gasteltern und Austauschpartner waren da und unsere Schüler waren vor dieser ersten Begegnung schon recht aufgeregt:  „Wie war das? Kuss erst rechts oder erst links?“, „Muss ich meinen Austauschpartner so begrüßen oder kann ich nur die Hand geben?“ Doch der herzliche Empfang entspannte unsere Schüler schnell. 

Gleich am Donnerstag fand der erste von drei Ausflügen statt und führte uns nach Nîmes in das Amphitheater und an den Pont du Gard. Ganz Mutige nahmen gleich ein Bad im Gardon, dem Fluss, den die berühmte Brücke überspannt. Die ersten Referate wurden vor Ort gehalten. 

Der Freitag war unser Schultag. Warten vor dem Zaun, dann Einlass, danach Tor zu - schon etwas anders als bei uns. Im Unterricht? Na ja, noch nicht so viel verstanden…  Anstehen in der Kantine, in Reih und Glied, Geduld ist gefragt. Das Essen? Noch nicht typisch französisch. Anschließend gingen wir bei schönstem Sonnenschein durch den niederen Wald zum Meer, wo wir einige Referate hörten. In der Schule wurden wir zu einem kleinen „goûter“ erwartet, zu dem der Schulleiter auch eine Vertreterin des Bürgermeisters und den Vorsitzenden des Partnerschaftsausschusses eingeladen hatte. 

Und dann begann das „lange“ Wochenende in den Familien. Unglaublich, mit welcher Liebe und Aufmerksamkeit sich die Gastfamilien um unsere Schüler kümmerten. So verwunderte es nicht, dass am Montag alle strahlend wieder zum zweiten gemeinsamen Ausflug kamen. Freundschaften waren bereits geschlossen und Einladungen ausgesprochen. 

Bei der Fahrt in die Camargue wurden Erfahrungen und Erlebnisse vom Wochenende ausgetauscht, die Klasse war munter und fröhlich. Im „Parc Ornithologique“: „Die Flamingos sind ja gar nicht so rosa, wie sie im Fernsehen immer gezeigt werden!?“ Sie waren trotzdem interessant, ebenso die Biberratten. In Les Saintes-Maries-de-la-Mer, am wunderschönen Sandstrand, durften alle, die wollten, ausgiebig ins Meer und sich von den Wellen umspülen lassen. Die Wehrkirche mit der „schwarzen Sara“ war ein weiteres Highlight. 

Der letzte Ausflug am Dienstag führte uns am Vormittag zur mittelalterlichen Festung Les Baux de Provence und am Nachmittag nach Avignon zur berühmten Brücke und zum Papstpalast. In dieser schönen Stadt blieb auch etwas Zeit zum Bummeln. 

Diese Frankreichfahrt in die sehr beliebte Ferienregion „Provence“, welche so viele weltberühmte Sehenswürdigkeiten zu bieten hat, ist wirklich etwas Besonderes - ebenso wie die wertvollen Beziehungen, die zwischen unseren Schülern und Schülerinnen, den Austauschpartnern und den Gasteltern entstanden sind. Mehr als eine Träne floss zum Abschied und es ist sehr wahrscheinlich, dass so manche Verbindung von längerer Dauer sein wird. Auf jeden Fall wünschen wir unseren französischen Austauschpartnern, dass ihre Reise nach Deutschland nachgeholt werden kann und dass es ein Wiedersehen in Altshausen gibt. 

Ulrike Bork, Markus Baumann-Bilger