Bildungspartnerschaft

Kooperation besiegelt



Nach knapp zwei Schuljahren Vorlauf unterzeichneten am 13. Januar 2010 Willi Stadler (Firma Stadler Anlagenbau GmbH), Stefan Lamminger (AOK Bodensee-Oberschwaben), Franz Schmid (Volksbank Altshausen), Markus Brunnbauer (IHK Bodensee-Oberschwaben), Albert Spanninger (stellvertretender Bürgermeister Altshausen) sowie Ralph Lange (Progymnasium Altshausen) eine Kooperationsvereinbarung im Rahmen der Bildungspartnerschaften zwischen Schulen und Unternehmen.

Der Rahmenvertrag des Landes Baden-Württemberg vom November 2008 mit dem Industrie- und Handelskammertag, dem Handwerkstag und der Landesvereinigung der Arbeitgeberverbände nennt als Zielsetzung von Kooperationen

- die Stärkung der ökonomischen Bildung; Wissen von und über Wirtschaft bei Schülern und Lehrern

- die Stärkung von naturwissenschaftlich-technischer Bildung

- Hilfen zur Ausbildungs-, Studien- und Berufswahl

- die Unterstützung beim Übergang von der Schule in Ausbildung- und Studierfähigkeit der Schülerund

- sowie die Einrichtung und Pflege eines nachhaltigen Netzwerkes.

Alle genannten Eckpunkte finden sich auch in unserem Kooperationsvertrag – der im Entwurf schon vor dem Rahmenvertrag des Landes vorlag.


Obwohl das Gymnasium als Schulart das Ziel hat, seinen Schülerinnen und Schülern eine breite theoretische Bildung zu vermitteln – das Ziel ist schließlich die allgemeine Hochschulreife - dürfen wir zwei Dinge nicht außer Acht lassen:

Erstens wandelt sich die Arbeitswelt immer schneller und setzt eine immer größer werdende Flexibilität der Arbeitssuchenden voraus – Goethe und Pythagoras lassen wir an Bord, das kompetenzorientierte Lehren und das methodische Lernen nehmen wir verstärkt hinzu.

Zweitens ist das Gymnasium inzwischen der prozentual größte Bildungsgang der weiterführenden Schulen. Wir unterrichten am Gymnasium sowohl zukünftige Dozenten, Lehrer, Journalisten etc. als auch zukünftige Fachkräfte und Ingenieure. Die gesellschaftliche Verantwortung des Gymnasiums für die wirtschaftliche Zukunft unseres Landes ist folglich größer geworden. Eine enge Kopplung an die Arbeitswelt ist auch hier unerlässlich.

Diese Kopplung kann, so unsere Überzeugung, nur durch Kooperationen mit externen Partnern erfolgen. Das ist wahrlich keine neue Erkenntnis. Fachspezifische Exkursionen gehören schon immer zu unserem Schulalltag, gleiches gilt für Vorträge und Projekte von Experten im schulischen Unterricht.

Eben weil wir das alles für sinnvoll halten, möchten wir es durch unsere Bildungspartnerschaft ausbauen. Von schulischer Seite sind wir die Bildungspläne einzelner Fächer durchgegangen und haben überlegt, wo und mit wem hier Kooperationen möglich sind. Unser Vertrag sieht bislang eine Zusammenarbeit in den Fächern Mathematik, Biologie, Naturwissenschaft und Technik (NwT), Physik, Geographie – Wirtschaftskunde – Gemeinschaftskunde (GWG) und dem Profilfach Berufsorientierung vor. Neun Unterrichtsinhalte sind fest, also regelmäßig vereinbart – angefangen vom Thema „Ernährung und Verdauung“, über „Funktionen des Geldes“ bis hin zum Thema „Müllsortieranlagen“. Elf weitere Unterrichtsinhalte können nach Bedarf und Möglichkeiten hinzukommen.

Der Vertrag ist nicht ab- oder ausschließend. Wir werden von Zeit zu Zeit gemeinsam überprüfen, ob durchgeführte Lerngänge Sinn machen, ob sie verändert, ergänzt oder gestrichen werden müssen. Ebenso können weitere Kooperationspartner mit dem Einverständnis aller dem Vertrag beitreten.

Ich habe keine Zweifel daran, dass wir eine offene und gute Partnerschaft pflegen werden. Wir kennen uns nicht erst seit den Kooperationsgesprächen der letzten beiden Jahre. Mit allen Kooperationspartnern haben wir bereits erfolgreich zusammen gearbeitet. Nach der Unterzeichnung des Vertrages beginnen wir also nichts Neues, sondern nur ein neues größeres Kapitel.

An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei Firma Stadler Anlagenbau GmbH, der Volksbank Altshausen und der AOK Bodensee-Oberschwaben bedanken. Bedanken dafür, dass die Zusammenarbeit bislang so reibungslos klappte. Bedanken dafür, dass sie für die Kooperation Arbeit und Zeit investiert haben und investieren werden – wohlwissend, dass dies in wirtschaftlich schwierigen Zeiten eine zusätzliche Belastung darstellt. Bedanken dafür, dass sie bereit sind, über ihre unternehmerische Tätigkeit hinaus, Verantwortung für die Bildung und Ausbildung unserer Schülerinnen und Schüler übernehmen.

Mein Dank gilt auch allen Kolleginnen und Kollegen, die an unserem Vertrag mitgearbeitet haben und ihn mit viel Engagement in den kommenden Jahren umsetzen werden.

Unser Vertrag soll für alle Seiten gewinnbringend sein. Eine Partnerschaft ist für uns keine Einbahnstraße. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Seiten müssen wir alle Anstrengungen aufbringen, um unser Land im internationalen Wettbewerb konkurrenzfähig zu halten. Das erfordert Innovation. Bildung ist hierbei unser höchstes Kapital. Unser Progymnasium bildet hoffentlich auch zukünftige Führungskräfte und Ingenieure unserer Kooperationspartner.



R. Lange
Schulleiter


Die Kooperationsvereinbarung [490 KB] (inhaltlicher Teil) im Wortlaut können Sie hier als pdf [490 KB] einsehen.

 
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