Vom 7. bis 8. Oktober fanden am Progymnasium Altshausen die diesjährigen Sozialen Projekttage statt. In allen Klassenstufen standen Themen im Mittelpunkt, die das Zusammenleben, die persönliche Stärke und das verantwortungsvolle Handeln fördern – von der Klassengemeinschaft über Mobbing- und Suchtprävention bis hin zu Zivilcourage und digitaler Sicherheit.
Klasse 5: Klasse werden
Die neuen Fünftklässlerinnen und Fünftklässler erlebten ihre ersten Sozialen Projekttage und beschäftigten sich mit dem Thema „Umgang und Regeln innerhalb der Klassengemeinschaft“. Nach anfänglichen Abstimmungsschwierigkeiten und hitzigen Diskussionen wurde deutlich, wie wertvoll Zusammenarbeit und gegenseitige Rücksichtnahme sind.
In Kleingruppen entwickelten die Schülerinnen und Schüler ein gemeinsames Regelwerk für ein respektvolles Zusammenleben und Lernen. Dazu gehörten auch Vereinbarungen für den Umgang mit Konflikten und Verstößen. Am Ende waren alle stolz auf das gemeinsam erarbeitete Ergebnis – ein guter Start für das gemeinsame Schuljahr.
Klasse 6: Mobbingprävention
In der Klasse 6 arbeitete die Selbstbehauptungs- und Resilienztrainerin Anja Krehan zum Thema Mobbingprävention. In einer offenen und wertschätzenden Atmosphäre ging es darum, auf die eigenen Gefühle zu vertrauen und die eigene Wirkung auf andere wahrzunehmen.
Praktische Übungen und Bewegungsspiele machten Begriffe wie Körpersprache, Selbstfürsorge, Selbstvertrauen sowie Stärke und Schwäche erlebbar. Die Schülerinnen und Schüler erhielten damit wichtige Impulse, sich selbstbewusst zu schützen und andere zu unterstützen.
Klasse 7: Suchtprävention und Gefahren im Internet
Die Klasse 7 widmete sich an zwei Tagen Suchtprävention und digitaler Sicherheit. Gemeinsam mit Präventionsbeauftragtem Jan Bassarab erarbeiteten die Jugendlichen, wie Sucht entsteht, welche Suchtmittel es gibt und welche Risiken insbesondere Alkohol für Kinder und Jugendliche birgt.
In Gruppen analysierten sie Fallbeispiele, erstellten Plakate und Videos und räumten mit gängigen Mythen rund um Alkohol auf. Auch Gruppendruck und Möglichkeiten, selbstbewusst „Nein“ zu sagen, wurden thematisiert. Mit einer „persönlichen Resilienz-Werkzeugkiste“ sammelten die Schülerinnen und Schüler zudem Strategien für schwierige Situationen.
Am zweiten Tag war der Experte für digitale Sicherheit, Herr Eggendorfer, zu Gast. Anschaulich zeigte er, wie leicht Fotos und Videos mit Künstlicher Intelligenz manipuliert werden können und welche Gefahren von Deepfakes ausgehen. Die Jugendlichen lernten außerdem, Metadaten aus Bildern zu entfernen, Phishing und Betrugsmaschen zu erkennen sowie ihre Privatsphäre in sozialen Medien und Chaträumen zu schützen. Themen wie Algorithmen, Filterblasen und Doom-Scrolling rundeten den praxisnahen Vormittag ab. Dank gilt Frau Fischer für die finanzielle Unterstützung sowie Herrn Eggendorfer für seinen engagierten Vortrag.
Klasse 8: Erlebnispädagogik
Für die Klasse 8 standen Teamgeist, Kommunikation und Zusammenhalt im Mittelpunkt. Nach gemeinsamen Spielen zu Beginn der Projekttage ging es auf den Sportplatz zum Bogenschießen und zu weiteren Gemeinschaftsaktivitäten.
Am zweiten Tag meisterten die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen spannende Stationen in der Sporthalle. Die Spiele förderten Kommunikation, Kooperation und Vertrauen innerhalb der Klasse. Abgerundet wurden die beiden Tage mit einem Teamspiel – eine willkommene Abwechslung zum Schulalltag, von der alle etwas mitnehmen konnten.
Klasse 9: Schüler helfen Schüler und Erste Hilfe
Die Sozialen Projekttage der Klasse 9 waren zweigeteilt: Am ersten Tag ging es um „Schüler helfen Schüler“, am zweiten Tag um Erste Hilfe. Die Jugendlichen wurden darauf vorbereitet, Mitschülerinnen und Mitschülern fundiert Nachhilfe zu geben und die erlernten Methoden auch für das eigene Lernen zu nutzen.
Theoretische Inhalte zu Lernmethodik, Didaktik und Verarbeitungsprozessen im Gehirn wurden mit praktischen Beispielen verbunden – etwa der Durchführung einer Nachhilfestunde oder dem Experiment, Vokabeln effektiver zu lernen.
Klasse 10: Hinschauen statt wegsehen – Zivilcourage
Die Klasse 10 beschäftigte sich mit der Frage, was Zivilcourage bedeutet und wie man in schwierigen Situationen verantwortungsvoll helfen kann, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen. Auf Grundlage von Materialien der Bundeszentrale für politische Bildung setzten sich die Jugendlichen mit Angst, Gruppendruck und der sogenannten Verantwortungsdiffusion auseinander.
In Rollenspielen erprobten sie konkrete Handlungsmöglichkeiten: Betroffene unterstützen, gezielt Hilfe holen, Konflikte entschärfen und bei Mobbing nicht wegsehen. Die zentrale Erkenntnis: Zivilcourage bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern trotz Unsicherheit besonnen und verantwortungsvoll zu handeln.
Ein starkes Zeichen für die Schulgemeinschaft
Die Sozialen Projekttage zeigten eindrucksvoll, wie vielfältig die Themen eines gelingenden Miteinanders an der Schule sind. Ob im Klassenzimmer, auf dem Sportplatz, im Umgang mit digitalen Medien oder in Konfliktsituationen: Respekt, Empathie, Zusammenhalt und Zivilcourage sind die Grundlagen für eine starke Schulgemeinschaft.
Martin Lutz
Komissarischer Schulleiter





